Rotes Meer nicht von Moses geteilt ?

Posted by admin
Sep 27 2010

Wissenschaftler fanden nun eine neue Erklärung fĂĽr die wundersame Flucht der Israeliten aus Ă„gypten. Damit die Israeliten trockenen FuĂźes fliehen konnten, teilte Moses statt dem Roten Meer, wie bisher angenommen, einen “Schilfsee” am Ufer des Nils. Diese Behauptung stellt Carl Drews vom National Center for Atmospheric Research auf.

Forscher sahen die Exodus Erzählung schon immer mit gemischten Gefühlen. Es wurden sowohl Meerestiefen, Wellen als auch Wind gemessen. Doch Stürme hätten auch seichte Passagen im Roten Meer freimachen können, so dass die Israeliten fliehen konnten. Drews argumentiert nun jedoch, dass diese Stürme die Stärke von Hurricanen gehabt haben müssten, und somit ein Stehen und Gehen völlig unmöglich gewesen sei.

Der Wissenschaftler verweist in seinen Untersuchungen besonders auf den Ostwind, von dem in der Bibel die Rede ist. Es hätte jedoch Wind aus Nordwest sein müssen, der das Rote Meer hätte wegblasen können. So ist Drews der Meinung, dass der Ort des Geschehens der frühere Tanis-See, heute Manzala-See, gewesen sein muss. Dieser ist am nordöstlichen Ende des Nildeltas.

Nach der DurchfĂĽhrung von Computersimulationen ist Drews zu dem Schluss gekommen, dass tatsächlich ein Ostwind mit 100 Stundenkilometern Schlammflächen freimachen konnte, die eine Art LandbrĂĽcke darstellte. Drews vermutet, dass das Nildelta falsch ĂĽbersetzt wurde, als Rotes Meer. In der Bibel steht “Yam Suf”, was zu deutsch so viel wie “Schilfmeer” bedeutet. Dies wĂĽrde zum Tanis-See passen.

Marianne Grohmann von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sieht darin einen weiteren Versuch die Bibel naturwissenschaftlich erklären zu wollen. Auch in der Bibelwissenschaft gibt es Diskussion über das Meer, welches in der Exodus Erzählung gemeint sein könnte. Allerdings dient die Bibel nicht als naturwissenschaftliche Quelle, sondern hält einfach die Erfahrungen mit Gott fest. So steht nicht das Meer im Vordergrund, sondern die Befreiungserfahrung der Israeliten.

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